Alles fing sehr romantisch am Flughafen Altenburg mit dem Sonnenuntergang, der sich dann noch fast den ganzen Flug hinzog, da wir ja nach nordwesten geflogen waren, los. In Edinburgh angekommen stellten wir fest, dass zu dem Hostel, was ich mir rausgesucht hatte, kein Bus mehr fuhr - also war die Entscheidung schnell gefällt - laufen.

Luftlinie so 4-6km hatte ich noch so im Kopf, also liefen wir los und kamen auch irgendwann gegen halb 3 am Hostel an, die uns ein Zimmer mit Frühstück für £ 10 pro Nase gaben. Das Hostel war super und sauber, und mit Meerblick, was wir irgendwann dann am nächsten Tag bemerkten, nachdem sich der Nebel verzogen hatte. Nochmal zurück zu dem "vom Flughafen laufen". Ich hab das gestern Abend im Google Earth mal ausgemessen und ich dachte ich seh nicht richtig!!! Fast 12km waren das... kein Wunder, dass wir dafür mehr als 2 Stunden gebraucht haben mit unserem Gepäck von ca. 13kg auf dem Rücken.
Dafür hatten wir wie gesagt Meerblick und eine Dusche am nächsten Morgen, die zwar eiskalt, jedoch mehr als gut tat.

Dann leisteten wir uns einen Bus für £ 1.50 pro Person ins Stadtzentrum und konnten somit den ersten Blick auf die Burg und die hübsche Altstadt werfen. £ 10.50 Eintritt für die Burg war is aber echt zu teuer und wir beließen es bei dem von außen Anschauen.
Das Wetter war echt phänomenal für Schottland und so verbrachten wir noch einige Zeit im Park bevor unser Zug für £ 17.50 nach Pitlochry ging. Wenn man sich britische Schulkinder ansehen möchte, dann halte man sich von 13 bis 14 Uhr in einem öffentlichen Park bei schönem Wetter oder vor dem örtlichen Supermarkt auf. Da haben die wahrscheinlich gerade ihre Pause vor dem Nachmittagsunterricht, zumindest haben wir die Erfahrung gemacht. Und in Edinburgh sind die Schuluniformen echt am strengsten, aber irgendwie auch niedlich bei den kleineren Schülern.
Zurück zum Zug. Die Zugfahrt verlief genau nach Plan und man hatte oftmals wirklich super tolle Sicht aus dem Fenster auf die umliegende Landschaft.
Die Zugbegleiter in Schottland sind ziemlich lustig drauf, zumindest die, die wir hatten.. und anstatt eines Stempels mit der Zange schreiben sie jedem Perönlich mit einem Stift das Datum auf die Fahrkarte. Zugfahren ist aber wirklich zu empfehlen! Wenn man eine Kreditkarte besitzen würde käme es noch viel billiger, weil man dann über das Internet billige Advanced tickets kaufen kann.In Pitlochry angekommen schauten wir uns ein wenig die niedlichen Häuser der kleinen Stadt an und machten uns dann gleich auf den Weg zu unserer ersten Etappe, die 6km ziemlich bergauf in Richtung südwesten verlief. Dort zelteten wir irgendwo zwischen zwei Schafweiden (wobei ich mir bis heute nicht sicher bin, ob wir nicht vielleicht doch AUF einer Schafweide waren.. ständig über / durch Gatter, da kann man schon mal den Überblick verlieren) Auf alle Fälle kam uns kein Schaf nachts besuchen. Dafür aber ein paar neue Bekannte. "Midges" Wir sollten sie kennen und lieben lernen. Sie sehen aus wie kleine Obstfliegen, beißen aber erbarmungslos zu. Zuerst denkt man es sind nur kleine rote Fleckchen auf der Haut aber nach zwei Tagen juckt es schlimmer als jeder normale Mückenstich!

Am Tag darauf folgte unsere Monsteretappe von 26km nach Kenmore über Aberfeldy. In Aberfeldy machten wir unsere Mittagsrast und gönnten uns einmal Fishfingers & Chips. Ich muss sagen die Fischstäbchen schmecken viel besser als bei uns.. einfach irgendwie... fischiger. Und wiedereinmal beobachteten wir vor sem lokalen Supermarkt Schulkinder. Papiereimer kennen die scheinbar nicht und mit Pennies schmeißen sie, als wären sie Millionäre. Komische Kinder. Naja, auf alle Fälle machten wir uns, nachdem wir die drei Pennies, wie es sich gehört, aufgehoben hatten und in die Tasche gesteckt, auf den Weg. Zunächst durch die Birks of Aberfeldy. War wirklich wunderschön in dem Tal, jedoch sehr anstrengend bergauf.
Danach gingen wir über Urlar (Wobei wir bestimmt 500 Yards um eine Farm rund herum laufen mussten, nur weil die nicht wollten, dass man 10m über ihr Grundstück geht! ) über einen diesmal richtigen Weg, wie man sich die Highlands so vorstellt - Schafe, Wind, Schafe, keine Bäume und einfach unendliche Weite.

In Schottland habe ich echt die windigen Passagen über alles genossen - denn dort wo Wind wehte, gab es keine midges! Die kleinen Biester können sich im Wind nicht so gut halten und werden fortgeweht *juhuu*
Dieser windige Weg war jedoch nur kurz und daraufhin gingen wir durch einen Wald, wo die Wege total durch Forstarbeiten zerwühlt waren. Der Weg war echt total beschwerlich durch die tiefen Fahrspuren der schweren Waldgeräte.
Dann ging es nach Kenmore zum Glück nur noch bergab. An einem weiteren Steinkreis vorbei, der mehr als nur drei Steine, wie der erste, an dem wir vorbeigekommen waren, hatte.

Das Taymouth Castle war wirklich schön, aber eine tüchtige Baustelle, also mit Bauzaun überall und so. Und die Brücke über den Tay an der Burg war gesperrt, so dass wir zum Campingplatz einen Umweg laufen mussten.
Nun apropos Campingplatz. Es war einer für Caravans, ja, aber nicht für Zelte. Wir fragten ein paar Briten dort, und die meinten, keiner sagt was, wenn man sein Zelt unten am Fluss aufstellt und luden uns dann später dann noch zu einer Tasse Tee ein. Sie waren zwar scho etwas älter, aber es war wirklich ein netter Abend und an einem Terassenofen sitzen war tausendmal besser als ein paar Meter weiter unten am Fluss von Midges aufgefressen zu werden.

Nach unserer Monstertour beschlossen wir dann den nächsten Tag ruhig angehen zu lassen und am Nachmittag dann mit dem Bus nach Killin zu fahren. Gesagt, getan. Wir ruhten uns am nächsten Tag am Loch Tay aus, genossen das halbwegs schöne Wetter am See und ließen uns auch von den pubertierenden Enten, die meinten, dass Isomatten gut schmecken, nicht stören.
Baden wollten wir auch, aber nachdem wir knöcheltief im Wasser standen realisierten wir WIE kalt das Wasser wirklich war, und ließen es dann bleiben... mehr als 12-14° hatte das Wasser bestimmt nicht!
In Killin angekommen, merkten wir schnell, dass auch dort auf dem Campingplatz Zelte
unerwünscht waren, so machten wir uns dann auf den Weg nach Crianlarich und zelteten dort auf einem Campingplatz ca.2-3 Meilen hinter dem Ort. (Das aber Luftlinie auf der Schnellstraße)Also machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zurück nach Crianlarich, wobei wir dank meiner in diesem Gebiet nicht vorhandenen Karte zunächst fast zwei Kilometer in die falsche Richtung liefen. Ansonsten war dort der Weg sehr schön, als Teil des West Highland Ways - nur ein wenig bergauf und bergab, aber ansonsten wirklich angenehm zu laufen.
In Crianlarich angekommen kauften wir erst einmal im Dorfladen etwas zu Essen ein und machten uns dann noch am selbigen Tag, nach einiger Überlegung, was wir denn nun am dümmsten mit unserer Zeit anstellen, nach Glasgow auf. Dort übernachteten wir im schlimmsten Hostel ever für £ 13 ... es war dreckig, laut und es gab pro Etage mit mehr als 20 Mann nur eine Dusche und ein Klo.

Glasgow war allgemein einfach nur dreckig und hässlich und laut, so dass wir am nächsten Tag so schnell wie möglich zurück nach Edinburgh sind und dort uns für £ 9 pro Nacht noch zwei Nächte in einem wirklich schönen Hostel unterbrachten. Inklusive war eine kostenlose Stadtführung mit einigen interessanten Geschichten über die Entstehung von Harry Potter und grusligen Friedhofstories.
Nach den ganzen Tagen in Edinburgh kenne ich mich nun wirklich in der Innenstadt halbwegs aus und kann auch ohne Karte dort meinen Weg durch die Zahlreichen Gässchen und Treppchen finden. Am Anfang traute man sich ja nicht wirklich in irgendwelche Torbögen mit Treppen hineinzugehen, aber irgendwann wusste man dann schon, wo man rauskommt am Ende einer Treppe. Ich finds auf alle Fälle wirklich cool.
Unser Trip war auch ziemlich multikulturell... wir haben nicht nur Schotten und Engländer sondern auch Chinesen, Franzosen, Italiener, Schweden, Hongkong, Inder, Slovenen, Kanadier, Holländer, Amerikaner, Letten, Polen... bestimmt noch mehr, aber mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein, getroffen.

War schon irgendwie witzig!
Der Rückflug verlief auch glatt und ohne irgendwelche Probleme und alles endete irgendwie lustigerweise, wie es begann: mit dem Sonnenuntergang vom Flugzeug aus.
Insgesamt, mit den ganzen Stadttouren und hin und hergelaufe beträgt unsere Laufstrecke ca. 90km.
Aber wir haben alles super überstanden, und leben noch! :D
Jetzt müssen wir nur noch unsere Mückenstiche auskurieren!
- Sophie
Wirklich netter Bericht. Schade das ihr nicht weiter rum gekommen seid.
AntwortenLöschenDas Edinburgh Castle ist auch nicht so mein Ding, das in Stirling ist um Längen besser und Preiswerter.
In 4Tagen sind wir auch wieder drüben und lassen usn das Schottische Ale schmecken, genießen Haggis und die schottische Mentalität und Gastfreundschaft.
Wow, klingt ja echt spitze.
AntwortenLöschenFrage 1: Wer ist eigentlich Mario? xD
Frage 2: Heißen Menschen aus Hongkonk Hongkongianer? Oder wie?^^
Egal, scheint auf alle Fälle eine tolle Zeit gewesen zu sein :)
Bis morgen.
ich kann dir auf beide Fragen keine Antwort geben :D :D :D
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